Eine-Welt-Stand

Gerechte Preise für Honig, Kaffee oder Tee, das bietet der Eine-Welt-Stand alle zwei Wochen nach dem Gottesdienst sonntags morgens im Weigle-Haus.

 

Kennen Sie den Mann auf diesem Foto? Wenn ja, haben Sie wahrscheinlich in den letzten Jahren mal am Eine-Welt-Stand des Weigle-Hauses nach dem Gottesdienst fair gehandelte Waren gekauft. Im Laufe der Zeit etwas ramponiert, aber gerade darum ist unser Pappkamerad kein schlechtes Abbild derjenigen, die in Lateinamerika, Asien und Afrika für die billigen Bananen, den Kakao oder Rohrzucker der europäischen Konsumenten hart arbeiten. Und im Falle des Kaffees in der Regel nur als Saisonarbeiter zu Löhnen, für die hierzulande niemand einen Finger krumm machen würde.

 

Seit 1990 gibt es im Weigle Haus - wie in vielen anderen Kirchengemeinden auch - die Möglichkeit, für Menschen in armen Ländern nicht nur zu spenden, sondern durch den Kauf vieler Produkte, die früher mal "Kolonialwaren" genannt wurden, zu einem etwas höheren Preis auch die Lebensbedingungen der Produzenten zu verbessern.

Genau zu diesem Zweck sind die am Stand verkauften Waren nämlich etwas teurer als anderswo: der Aufpreis gegenüber dem, was für vergleichbare Produkte im Supermarkt bezahlt wird, kommt fast ungeschmälert den unmittelbaren Produzenten von Kaffee, Tee, Honig, Wein, getrockneten Mangos und anderen Produkten zugute. Dazu kommt, dass die Großhändler - in unserem Fall hauptsächlich die von den Kirchen getragene GEPA - mit den Produzenten-Genossenschaften langfristige Verträge abschließt, die die Erzeuger vor den Schwankungen der Weltmarktpreise schützen. Dadurch kann ein Teil der Mehreinnahmen dort auch in kommunale Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen investiert werden. Die am fairen Handel teilnehmenden Genossenschaften erfüllen dadurch oft eine wichtige Funktion für die Entwicklung ganzer Regionen, um die der jeweilige Staat sich sonst wenig kümmert.

Während den fair gehandelten Produkten früher der Ruf vorauseilte, zwar wunderbar solidarisch aber (etwa bei Kaffee) schlecht für die Magenschleimhäute zu sein, sind diese Zeiten heute längst vorbei. Davon kann sich nach dem Gottesdienst jede/r selbst überzeugen, denn der leckere Kaffee im Gemeinde-Café ist selbstverständlich ebenso fair gehandelt wie der Orangensaft, der dort angeboten wird.

Im Weigle-Haus betreut ein kleines Team den Dritte-Welt-Stand, das sich natürlich freut, wenn weitere Menschen aus der Gemeinde Lust haben, sich für faire Beziehungen zwischen reichen und armen Ländern einzusetzen. Über den Warenverkauf hinaus ist der Stand auch der Ort, wo man Infos und Produkte etwa von den Weitblick-Partnern findet, Aktionen des erlassjahr-Bündnisses für faire Finanzbeziehungen unterzeichnen oder die neue „Gerechtigkeitsbibel“ der Micha-Initiative ansehen und kaufen kann.

Jürgen Kaiser

Kontakt: Robert Bosch

Die nächsten Termine in 2018: 

22.7. + 5.8. + 19.8. + 2.9. + 16.9. + 30.9. + 14.10. + 28.10. + 11.11. + 25.11. + 2.12. + 9.12. + 16.12.